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Wer schon einmal geheiratet hat,
kennt vielleicht die Nervosität und die
Angst vor der Ehe. Die Angst vor dem
Ungewissen, vor dem, was das Eheleben wohl
mit sich bringen mag. Man gibt ein Gelübde
ab, um das restliche Leben mit einem anderen
Menschen zu verbringen – in guten wie auch
in schlechten Zeiten.
Und natürlich ist die Hoffnung groß, dass
die guten Zeiten überwiegen möchten.
Hochzeitsbräuche dienen dazu, diese Ängste
zu nehmen, und einem jungen Ehepaar einen
guten Start in die Ehe zu bescheren.
Schließlich versetzt der Glaube Berge, und
deshalb schenken uns Hochzeitsbräuche die
nötige Zuversicht, dass die Ehe gut und
lange verlaufen wird.
Der
Junggesellenabschied
In unserer Gegend ist der
Junggesellenabschied gang und gäbe. Dabei
macht der zukünftige Bräutigam wenige Tage
vor seiner Hochzeit mit seinen Kumpels
sprichwörtlich „einen drauf“. Was der
Bräutigam alles durchmachen muss an diesem
Abend, hängt alleine vom Ideenreichtum
seiner Freunde ab. In jedem Falle nimmt er
Abschied von seinem Junggesellendasein. Es
ist übrigens immer öfter üblich, dass auch
die zukünftigen Bräute einen
„Junggesellenabschied“ feiern.
Der
Polterabend
Der Polterabend – ein sehr alter Brauch aus
vorchristlicher Zeit – dient dazu, böse
Geister zu vertreiben, indem man Steingut
und Porzellan zerschlägt. Glas darf nicht
zerschlagen werden, denn das würde dem
Glauben nach Unglück bringen. Die Scherben
muss das Ehepaar gemeinsam wegkehren bzw.
-räumen. Traditionellerweise findet der
Polterabend am Tag vor der Hochzeit statt. |